Pastor Wilfried Manneke

Statement zu den Vorfällen in Chemnitz

Sat, 01 Sep 2018 11:25:32 +0000 von Wilfried Manneke

August 2018

Ich bin erschrocken über die Ausschreitungen in Chemnitz. Hetzjagd auf Menschen, nur weil sie ausländisch aussehen. Öffentliches Zeigen des Hitlergrußes. In Chemnitz wurden massiv Grenzen überschritten. Verbale, verletzende Grenzüberschreitungen sind in letzter Zeit wiederholt von AFD-Politikern begangen worden. In Chemnitz hat ein rechter Mob nun Taten folgen lassen.

Die aktuellen Ereignisse in Chemnitz werden von manchen Beobachtern als Ausdruck einer längeren Entwicklung gesehen. Städte, Dörfer und Kreise seien von der Bundesregierung mit dem Zuzug von Asylbewerbern allein gelassen worden. Das rächt sich nun, wird gesagt. Ich sehe noch ein Problem: Besonders in Sachsen wurden die Gefahren, die vom Rechtsextremismus ausgehen, bisher zu sehr verharmlost. Das rächt sich jetzt auch.

"Die Würde des Menschen ist unantastbar." Sie zu achten und zu schützen ist nicht allein die Aufgabe des Staates. Sie ist auch unsere Aufgabe. Deshalb dürfen wir weder Ausländerfeindlichkeit tolerieren noch die Meinung, dass nur das Starke gut sei. Wir können uns eben nicht vornehm heraushalten, wo wir rechtsextreme Meinungen hören. Wir müssen Stellung beziehen. Wenn Menschen angegriffen werden, Ausländer diffamiert oder verfolgt werden, dann müssen wir reagieren.

Rechtsextremismus widerspricht fundamental unseren christlichen Grundüberzeugungen und Maßstäben. Als Christ muss ich sogar sagen: Rechtsextremismus und christlicher Glaube sind unvereinbar.

Wilfried Manneke