Wilfried Manneke

Zeichen setzen gegen Rechtsextremismus

Sun, 07 Jul 2019 01:06:31 +0000 von Wilfried Manneke

© Amadeu Antonio Stiftung
Am Samstag, dem 29. September 2019, findet in Eschede eine Demo gegen Rechtsextremismus statt.. Anlass der Demo ist das „braune“ Erntefest auf dem Hof des NPD-Aktivisten Joachim Nahtz. Die Rechtsextremen bezeichnen ihr Fest als „Brauchtumsfeier“. Ihr eigentliches Ziel ist es aber, auf Zusammenkünften wie diese Kontakte zu pflegen, Termine abzusprechen und neue Aktionen vorzubereiten. Somit sind diese Sonnwendfeiern alles anderes als harmlos.

Die neuesten Erkenntnisse über den Mord an den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke geben unserer Demo gegen Rechtsextremismus eine noch größere Bedeutung. Seit dem Wendejahr 1990 wurden nach Angaben der Amadeu-Antonio-Stiftung in Deutschland 195 Menschen von Rechtsextremen umgebracht. Es gibt 12 weitere Verdachtsfälle. Die Opfer waren hauptsächlich Migranten, Obdachlose und politisch Andersdenkende. Sie wurden von Schlägern der extremen Rechten zu Tode geprügelt, erschlagen oder verbrannt. Das NSU-Trio hat zehn Menschen regelrecht hingerichtet.

Regelrecht hingerichtet wurde auch der Regierungspräsident Walter Lübcke aus Kassel.  Der Rechtsextremist Stephan E. hat die Tat inzwischen gestanden. Diese Tat ist der traurige Höhepunkt einer Entwicklung, die sich in den letzten Jahren immer deutlicher abzeichnet, angefeuert von der rechtspopulistischen Verschwörungstheorie, die Politik arbeite gezielt an einer ethnischen Durchmischung der Bundesrepublik.

Haben wir es im Fall Lübcke mit dem Beginn einer Neuauflage der NSU-Morde zu tun? Seit Jahren werden immer wieder größere Waffenarsenale bei Rechtsextremen gefunden, in den letzten Jahren wurden mehr als ein dutzend rechtsterroristische Gruppen mit Feindeslisten und konkreten Anschlagsplänen bekannt.

Kommen Sie am 29. September nach Eschede! Die Uhrzeit wird noch bekannt gegeben. Lassen Sie uns ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen. Wegzuschauen wäre das völlig falsche Signal. Dort, wo Neonazis ungestört handeln können, machen sie sich breit. Ihre Szene verfestigt sich und sie nutzen die Gelegenheit, besonders junge Leute in ihre Kreise zu ziehen.