Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus

Quelle: Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus

Selbstverständnis

Das "Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus" ist ein bürgerliches Bündnis und besteht aus ca. 10 rein ehrenamtlichen, aktiven Mitgliedern und ca. 400 – 500 solidarisch erklärten „passiven“ Mitgliedern. Wir sind kein Verein weil wir uns unsere freie und unbürokratische Herangehensweise erhalten möchten. Das Netzwerk wurde nach der Besetzung des Hotel Gerhus durch Neonazis um den Anwalt J. Rieger, von verschiedenen Einzelpersonen und Bündnispartnern gegründet.

Nach der erfolgreichen Verhinderung eines Nazi-Ausbildungszentrums bei Fassberg liegt unsere Zielsetzung heute bei der Verhinderung der vielen, jährlich sich wiederholenden Nazitreffen auf dem Hof Nahtz bei Eschede. Dort trifft sich seit über 20 Jahren die niedersächsische und norddeutsche Neo-Nazi Elite, um Aktionen zu planen und Verbindungen zu festigen sowie „rechte Erlebniswelten“ wie z.B. Rechtsrockkonzerte für Jugendliche zu schaffen und sie so in ihren Einfluß zu bringen und für sich zu gewinnen. Die nach Außen harmlos wirkenden Veranstaltungen laufen unter dem Deckmantel „Brauchtumsveranstaltungen“. Sonnen- und Winterwenden Feiern sowie die sog. „Erntefeste“ dienen in Wahrheit dazu traditionelle NS Ideologie zu leben und zu verbreiten.

Mit unseren Demonstrationen wollen wir die Öffentlichkeit auf jedes dieser Treffen, aber auch möglichst alle anderen Nazi-Aktivitäten im Landkreis, aufmerksam machen und zwingen die Bürger der Gemeinde und des Landkreises, sich mit dem ThemaRechtsextremismus, auseinander zu setzen und Stellung zu beziehen. Wir klären auf und fordern ein Ende dieser Treffen. Unsere Demonstrationen gestalten sich von Jahr zu Jahr aufwändiger und fantasievoller um mehr Bürger zum Mitmachen zu bewegen.

www.netzwerk-südheide.de


Trauer um Klaus Jordan

Liebe Freunde,
liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter!

Wir, das „Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus“ trauern um Klaus Jordan. Unser Weggefährte und Mitstreiter verstarb am 21. Februar 2020 nach kurzer, heftiger Krankheit, plötzlich und vollkommen unerwartet. Wir haben mit Klaus Jordan einen  tragenden
Verbündeten verloren.

Seit seiner Jugend in den 60er Jahren hatte Klaus sich konsequent gegen die immer noch vorherrschende Geschichtsvergessenheit und revanchistisch eingestellte Mehrheitsgesellschaft gestellt und die Auseinandersetzung mit ihr gesucht. Seitdem trat er vehement und kompromisslos dem Rechtsextremismus entgegen. Klaus Jordan war ein durch und durch politischer Mensch und Intellektueller. Nach dem Abschluss seines Studiums der Germanistik und Politologie an der Freien Universität Bremen, die er 1971 mit gegründet hat, verabschiedete er sich 1981 endgültig  aus dem akademischen Leben, um die Idee eines alternativen und selbstverwalteten Projekts und der damit verbundenen Lebensform praktisch umzusetzen. Auf dem Gutshof in Oberohe bei Faßberg wurde diese Idee in Form eines alternativen Gästebetriebes über viele Jahrzehnte entwickelt und gelebt. Hier lebte er mit vielen Menschen und seiner Familie, mit Monika und Lasse Jordan zusammen.

2009 initiierten Klaus Jordan und seine Lebensgefährtin, die Künstlerin Anna Jander, die Mahnwache Gerhus vor dem Landhotel in Gerdehaus bei Faßberg, welches von Nazis besetzt und zu einem rechtsextremen Schulungszentrum umgebaut werden sollte. Nach den erfolgreichen Protesten begründeten die beiden das bürgerschaftliche „Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus“ mit und unterstützten es bis heute. Klaus Jordan war Autor und hat auch für unser Netzwerk viele Reden und Pressetexte verfasst und uns nach außen vertreten. Seine Reden bleiben unvergessen, immer emphatisch, immer punktgenau und provokant. Klaus Jordan hat mit voller Überzeugung als Antifaschist gelebt.

Klaus, wir danken Dir und wir trauern um Dich. Im Engagement gegen Rechtsextremismus bist Du uns ein großes Vorbild. Wir haben mit Dir einen lieben Freund und entschiedenen Mitstreiter verloren, den wir schon jetzt vermissen. Du wirst uns immer in Erinnerung bleiben. In Gedanken sind wir auch bei Anna und Klaus´ Sohn Lasse, Katharina und ihren Kindern, sowie Monika Jordan.

Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus
Sprecher*innenrat

info@netzwerk-südheide.de
Quelle: Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus
Klaus Jordan