Pastor Wilfried Manneke

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Kurz vorm Ruhestand

März 2019

Nach über 23 Jahren endete am 28. Februar 2019 mein Dienst als Gemeindepastor in Unterlüß. In einem Festgottesdienst wurde ich von Superintendentin Dr. Andrea Burgk-Lempart (Celle) entpflichtet und aus der Gemeinde verabschiedet.

Ich war gerne in Unterlüß. Gemeinsam konnten wir als Haupt- und Ehrenamtliche viel bewegen. Kein Wunder, dass mir der Abschied nicht leicht fällt. Dankbar schaue ich auf die Zeit zurück. Es ist in den Jahren nicht nur in der Gemeinde, sondern auch privat viel gewachsen. Meine Frau und ich haben in unserer Friedenskirche geheiratet. Felix und Benedikt sind hier getauft worden und aufgewachsen. Gute Freundschaften haben sich entwickelt. Wir durften Menschen in fröhlichen und traurigen Stunden begleiten und mit ihnen den Glauben teilen.

Vom Kirchenvorstand haben wir uns in der Arbeit stets getragen gefühlt. Auch in allen Teams unter den Mitarbeitenden wehte ein Geist der Verbundenheit. Es fällt uns schwer, so viele liebe Menschen und das gewachsene Vertrauen hinter uns zu lassen, doch zugleich schauen wir voller Zuversicht nach vorne und hoffen, dass wir auch an unserem neuen Wohnort auf offene Türen und Herzen treffen werden.

Seit kurzem wohnen meine Familie und ich im benachbarten Hermannsburg. Pastor i.R. Helmut Grimmsmann versorgt zur Zeit die Kirchengemeinde in Unterlüß, bis einschließlich Juni 2019. Die Pfarrstelle wird ab 1. April 2019 zur Neubesetzung ausgeschrieben. 

Auch wenn ich Unterlüß bereits verlassen habe, so beginnt mein Ruhestand dennoch erst am 1. Juni 2019.  Die Landeskirche hat mich nämlich für die letzten drei Monate meines Dienstes freigestellt, um mich ganz dem Themenbereich "Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus" widmen zu können. Nach der Verleihung des „Paul-Spiegel-Preises für Zivilcourage" im Juni letzten Jahres habe ich viele Einladungen zu Vorträgen, Teilnahme an Podiumsdiskussionen etc. erhalten. Hinzu kommt, dass am 1. März ein Buch über meine Erfahrungen mit dem Rechtsextremismus erschienen ist. Ich habe es gemeinsam mit Prof. Dr. Christoph Fasel geschrieben. Das buch trägt den Titel: Guter Hirte, braune Wölfe (Bene-Verlag, Verlagsgruppe Droemer Knaur). Inzwischen erhalte ich auch schon erste Einladungen zu Autorenlesungen.
  
Im „Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus" werde ich auch weiterhin mitmachen. Ich bleibe auch über die Ruhestandsgrenze hinaus Vorsitzender der „Initiative ´Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus´ in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers".

Wilfried Manneke
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Statement zu den Vorfällen in Chemnitz

August 2018

Ich bin erschrocken über die Ausschreitungen in Chemnitz. Hetzjagd auf Menschen, nur weil sie ausländisch aussehen. Öffentliches Zeigen des Hitlergrußes. In Chemnitz wurden massiv Grenzen überschritten. Verbale, verletzende Grenzüberschreitungen sind in letzter Zeit wiederholt von AFD-Politikern begangen worden. In Chemnitz hat ein rechter Mob nun Taten folgen lassen.

Die aktuellen Ereignisse in Chemnitz werden von manchen Beobachtern als Ausdruck einer längeren Entwicklung gesehen. Städte, Dörfer und Kreise seien von der Bundesregierung mit dem Zuzug von Asylbewerbern allein gelassen worden. Das rächt sich nun, wird gesagt. Ich sehe noch ein Problem: Besonders in Sachsen wurden die Gefahren, die vom Rechtsextremismus ausgehen, bisher zu sehr verharmlost. Das rächt sich jetzt auch.

"Die Würde des Menschen ist unantastbar." Sie zu achten und zu schützen ist nicht allein die Aufgabe des Staates. Sie ist auch unsere Aufgabe. Deshalb dürfen wir weder Ausländerfeindlichkeit tolerieren noch die Meinung, dass nur das Starke gut sei. Wir können uns eben nicht vornehm heraushalten, wo wir rechtsextreme Meinungen hören. Wir müssen Stellung beziehen. Wenn Menschen angegriffen werden, Ausländer diffamiert oder verfolgt werden, dann müssen wir reagieren.

Rechtsextremismus widerspricht fundamental unseren christlichen Grundüberzeugungen und Maßstäben. Als Christ muss ich sogar sagen: Rechtsextremismus und christlicher Glaube sind unvereinbar.

Wilfried Manneke

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Niedersächsischer Pastor erhält Paul-Spiegel-Preis 2018

 Juni 2018

Der niedersächsische Pastor Wilfried Manneke erhält in diesem Jahr den Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage des Zentralrats der Juden in Deutschland. Die Preisverleihung findet am 18. Juni 2018 in Hannover statt.

Pastor Manneke engagiert sich seit 1995 gegen Rechtsextremismus. Damals schloss er sich dem „Arbeitskreis gegen Hetendorf 13“ an, der sich gegen ein Neonazi-Schulungszentrum richtete. 2009 gehörte der evangelische Pfarrer zu den Gründern des „Netzwerks Südheide gegen Rechtsextremismus“. Mit rund zehn weiteren aktiven Mitgliedern sowie 500 Unterstützern kämpft das Netzwerk seitdem gegen Rechtsextremisten in Niedersachsen.

Darüber hinaus zählte Pastor Manneke 2010 auch zu den Gründern der Initiative „Kirche für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“ der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers, die ebenfalls seit Jahren mit intensiver Aufklärung und vielen Aktionen gegen Rechtsextremismus kämpft. Seit kurzem ist Pastor Manneke Vorsitzender des Sprecherrats der Initiative.

„Pastor Manneke beweist mit seinem außergewöhnlichen Engagement Mut und Beharrlichkeit“,  erklärte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster. „Obwohl er persönliche Anfeindungen ertragen muss und bereits Anschläge auf ihn und seinen Wohnort verübt wurden, lässt sich Pastor Manneke nicht einschüchtern. Er und seine Mitstreiter zeigen ebenso wie die evangelische Landeskirche Hannovers einen herausragenden Einsatz zum Schutz von Minderheiten und für unsere Demokratie. Mit seiner Zivilcourage ist Pastor Manneke für uns alle ein Vorbild.“

Der Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage wird seit 2009 vom Zentralrat der Juden in Deutschland in Erinnerung an seinen früheren Präsidenten Paul Spiegel sel. A. und dessen unermüdliches Engagement gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus sowie für eine starke Bürgergesellschaft vergeben. 2016 erhielt der Verein „Gesicht Zeigen!“ den Preis. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Presseerklärung des Zentralrates der Juden in Deutschland
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Paul-Spiegel-Preis 2018

Reden und Fotos von der Preisverleihung im Expowal in Hannover

Der evangelische Pastor Wilfried Manneke aus Unterlüß/Landkreis Celle ist am Montag (18.6.) in Hannover mit dem Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage ausgezeichnet worden. Der Zentralrat der Juden in Deutschland ehrt damit das herausragende Engagement von Pastor Manneke gegen Rechtsextremismus.